News aus Radio/TV/Web

Stimmanalyse: Unternehmen analysieren Ihre Stimme. Und das kann gefährliche Folgen haben.

Sie werden an Parkinson erkranken. Das verrät Ihre Stimme. Ihre Krankenkasse hat sie aufgezeichnet und von einer speziellen Software analysieren lassen. Die Krankenkasse wird Sie für diese Krankheit nicht versichern und das kann Ihre Existenz gefährden.

„Das wird garantiert kommen“ sagt Jarek Krajewski. Der Wirtschaftspsychologe erforscht an der Uni Wuppertal, was die Stimme über Charakter, Gefühle oder Krankheiten preisgibt. Mit seinem Team zerlegt er Sprach­signale in kleinste Frequenzteile. Ein paar Sätze, in ein Mikrofon gesprochen, den Rest erledigt der PC: Eine spezielle analysiert die Sprachsignale und sucht nach bestimmten Mustern.

Seit August 2016 analysiert auch die Swisscom die Stimmen ihrer Kunden. Nicht um zu wissen, wie es ihnen geht, sondern um sie zu identifizieren.

„Das ist sehr beängstigend und gefährlich“, sagt der Rechtsanwalt und Datenschutzexperte Martin Steiger. «Es gibt einen regelrechten Hype um Stimmanalysemethoden.» Dabei werde viel geschummelt. Steiger kritisiert, dass die Swisscom keine ausdrückliche Einwilligung einhole. Aus­serdem könne sie Daten dieser Art künftig für andere Zwecke verwerten – denn auch die Swisscom wolle solche Daten vergolden.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier auf der Beobachterseite: http://www.beobachter.ch/wirtschaft/artikel/stimmanalyse_hokuspokus-mit-fatalen-folgen/

 


Mehr Zeit: Widerrufsrecht neu nun 14 Tage!

Mehr Zeit: Widerrufsrecht neu nun 14 Tage!

Posted by Werbesprecher Schweiz on Dienstag, 26. Januar 2016


Smartphone-Zombie: „Smombie“ ist das Jugendwort vom Jahr

„Merkeln“ war der Favorit bei der Wahl des Jugendworts. Gewonnen hat aber eine andere Neuschöpfung. Der Begriff kritisiert den Tunnelblick aufs Smartphone.

Das neue „Jugendwort des Jahres“ spielt auf die Abhängigkeit von Smartphones an und lautet „Smombie“. Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort wird vom Langenscheidt-Verlag gekürt, wie eine Jury in München entschied.“Smombie“ beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.“‚Smombie‘ ist mein absolutes Lieblingswort“, erklärte Jurorin Ilknur Braun. „Es beschreibt punktgenau die heutige Selbstverständlichkeit vieler Menschen im Umgang mit dem Smartphone.“

Auf Platz 2 landete der Begriff „Earthporn“ (etwa: Erd-Porno) als Bezeichnung für schöne Landschaften. „Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagte „Bravo“-Chefredakteurin und Jury-Mitglied Nadine Nordmann, die persönlich „Earthporn“ lieber auf Platz eins gesehen hätte.

In einer Online-Abstimmung hatte das Verb „merkeln“ noch vorne gelegen, das soviel bedeutet wie „nichts tun, keine Entscheidung treffen, keine Äußerung von sich geben“. Letztlich fällte aber eine „unabhängige 20-köpfige Jury aus Jugendlichen, Sprachwissenschaftlern, Pädagogen und Medienvertretern“ die Entscheidung, welche der zehn im Netz-Voting am häufigsten angeklickten Neuschöpfungen zum Jugendwort gekürt wurde.

Die Bezeichnung „Alpha-Kevin“, die im Online-Voting eine Zeit lang auch ganz vorne mitgespielt hatte, war aus dem Rennen genommen worden, weil kein Kevin diskriminiert werden sollte. „Alpha-Kevin“ stand für „der Dümmste von allen“. Zur Auswahl standen außerdem Ausdrücke wie „rumoxidieren“ als Synonym für chillen oder „Tinderella“ für eine Frau, die exzessiv Online-Dating-Plattformen wie Tinder nutzt.

Im vergangenen Jahr war mit „Läuft bei dir“ ein Satz zum Jugendwort gekürt worden. Mit der Wahl wirbt der Langenscheidt-Verlag jedes Jahr für sein Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“

Quelle: swp.de


So kommst du jedem Lügner auf die Schliche

Wir lügen jeden Tag – alle von uns! Aber wie kann ich erkennen, ob mein Gegenüber mir die Wahrheit sagt? Wir haben die eindeutigsten Anzeichen zusammengefasst.

Du hast es viel einfacher eine Lüge zu erkennen, als der Lügner beim Zusammendichten. Denn wer sich eine Geschichte im Kopf zusammenreimt, quält durchgängig die Angst von dir erwischt zu werden. Demnach entlarvt die Körpersprache die Lügerei.

 

1. Schau mir in die Augen Kleines

Wer denkt, dass Lügner gerne mal den Blickkontakt vermeiden, täuscht sich gewaltig. Denn tatsächlich neigen diese eher zum Gegenteil. Um Vertrauen zu erwecken, guckt dir der Schwindler sogar länger in die Augen.

 

2. Die Mimik spricht Bände

Wenn wir die Wahrheit sprechen ist unser Gesicht und unser Körper in der Regel symmetrisch. Man kann von einer Lüge ausgehen, wenn die Schulter des Öfteren gehoben wird oder die Gesichtszüge sich verzerren.

 

3. Hast du was im Auge oder wieso blinzelst du?

Lass dich nicht täuschen: Beobachte die Blinzelfrequenz. Denn Lügner blinzeln viel häufiger, als wenn sie die Wahrheit erzählen.

 

4. Stelle den Lügner mit einer Frage auf die Probe

Wer Märchen erzählt, kann auf Fragen nicht direkt antworten. Vielmehr wird um den heissen Brei geredet. Wenn du zwischendurch Fragen stellst, ist der Lügner überfordert. Er erzählt nämlich alles der Reihe nach und ist nicht in der Lage die Lüge von hinten aufzurollen. Antwortet der Lügner mit Fragen wie „Was meinst du damit“, versucht er sich Zeit zu verschaffen, um sich eine Antwort zusammenzudichten.

 

5. Die Art zu Reden ist ungewöhnlich

Neben oftmals vorkommenden wortwörtlichen Wiederholungen sind lange Einführungen ein starken Indiz. Lügner erzählen den Anfang der Geschichte gerne detailreich und beschönigen oder spielen das Gesagte herunter. Die Haupthandlung hingegen ist im Verhältnis relativ kurz.

 

Quelle: Galileo


Schweiz bekommt neuen TV-Sender

Nonstop Filme und Serien: Mit einem 24-Stunden-Angebot lanciert die deutsche Mediengruppe ProSiebenSat.1 einen neuen Fernsehsender. Über den Namen schweigt sie sich noch aus.

Filme und Serien ohne Ende: ProSiebenSat.1 will das TV-Programm in der Schweiz aufmischen. Dazu lanciert die deutsche Mediengruppe einen neuen Sender, der vor allem Spielfilme und Serien zeigen soll.

 

neuer tv sender schweiz

 

Die Lancierung des neuen Senders gab Andrea Haemmerli, Geschäftsführerin der ProSiebenSat.1-Tochter SevenOne Media Schweiz, am Dienstag in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» bekannt. Zum Starttermin und zum Namen des Senders wollte die Mediengruppe sich auf Anfrage nicht äussern. Darüber werde «zeitnah informiert», hiess es.

Laut Haemmerli will der neue Sender den Zuschauern ein 24-Stunden-Programm mit Filmen und Serien bieten: «Schwerpunkt ist ein breites Spielfilmangebot. Dazu gehören Hollywood-Blockbuster, Arthouse-Filme und Klassiker der Filmgeschichte.» Ergänzt werde das Programm «mit internationalen Top-Serien».

Der neue Sender soll die bestehenden Sender von ProSiebenSat.1 nicht konkurrenzieren. «Prosieben ist jünger positioniert, Sat 1 etwas älter als der neue Schweizer Sender.» Insgesamt könne die Gruppe ihren Marktanteil mit dem neuen Sender ausbauen.

 

Hohe Nachfrage nach TV-Werbeplätzen

Für den Beginn geht ProSiebenSat.1 für den neuen Sender von Marktanteilen «im unteren einstelligen Bereich» aus. Längerfristig soll er «zu den Grossen unter den kleinen Sendern gehören».

Laut Haemmerli hat ProSiebenSat.1 in den letzten Jahren erfolgreich das Portfolio mit Sendern wie Sixx erweitert und ist in Österreich zudem mit dem Sender Puls 4 sehr erfolgreich. Da sei es naheliegend, diese Wachstumsstrategie auch auf den Schweizer Markt auszuweiten. «Und einen 24-Stunden-Spielfilm-und-Serien-Sender gibts noch nicht in der Schweiz.»

Wachstumsmöglichkeiten sieht sie auf dem Werbemarkt: Die Nachfrage nach Fernsehwerbeplätzen in der Schweiz sei ungebrochen hoch. Der Fernsehwerbemarkt sei seit 2010 im Durchschnitt jährlich um 4 Prozent gewachsen. «Wir gehen davon aus, dass dieses Wachstum in den nächsten Jahren weiter fortschreiten wird», sagte Haemmerli.

 

Quelle: bazonline.ch


Ihre Stimme wird zum absolut sicheren Passwort

Sprach-Biometrie:

Künftig sollen Sie Ihr Handy nur mit Ihrer Stimme entsperren können. Die Stimmerkennung soll sogar noch sicherer sein als Fingerabdruck-Sensoren.

Dass Passwörter nicht die sicherste Methode zur Nutzer-Erkennung sind, dürfte den meisten mittlerweile klar sein. Vor allem zur Absicherung heikler Daten wie z.B. Bankkonten wird deshalb schon länger nach Alternativen gesucht. Eine der führenden Firmen in diesem Bereich ist Nuance. Das Spracherkennungsunternehmen zeichnete unter anderem für die Umsetzung von Apples System Siri verantwortlich. Jetzt arbeiten sie an einem neuen Verfahren, das Menschen per Stimme sicher und einfach identifiziert. Das System kommt bereits bei Banken zum Einsatz, wie Futurezone.at berichtet.

Laut Nuance können dank Stimmerkennung die Sicherheitsabfragen nicht nur schneller und anwenderfreundlicher gestaltet werden, sondern die Methode soll gar noch sicherer als die Nutzer-Erkennung via Fingerabdruck sein. Ein weiterer Vorteil liegt in der Umsetzbarkeit der neuen Technologie: Da Smartphones bereits über die nötigen Hardware-Komponenten verfügen, könnte Sprachbiometrie ohne zusätzliche technische Aufwendungen und Kosten unabhängig vom Betriebssystem sowohl auf älteren als auch auf ganz neuen Handy-Modellen zum Einsatz kommen.

 

Aktive und passive Erkennung

Das Nuance-Spracherkennungssystem ist zudem fähig, sowohl Sprachmelodie als auch Stimmlage des Nutzers zu analysieren. Auch funktioniert es auch durchs Telefon und stellt sogar fest, ob eine zu identifizierende Stimme von Band abgespielt wird. Wie das System genau funktioniert, ist nicht bekannt. Es soll sogar aber auch mit verschiedenen Dialekten innerhalb einer Sprachregion keine Probleme haben.

Grundsätzlich existieren zwei Arten von Stimmerkennung: eine aktive sowie eine passive. Während der User bei der aktiven Variante aufgefordert wird, einen vorgegebenen Satz vorzulesen, wird die Identität des Sprechers bei der passiven anhand beliebiger Äusserungen überprüft. Je länger dabei die zu analysierende Phrase ist, desto genauer funktioniert die Erkennung.

Banken im Fokus

Sprachbiometrie kommt gemäss den Nuance-Entwicklern bereits bei einigen Banken in Übersee zum Einsatz. Wird die Stimme des Kunden nach dem Vorlesen eines vorgegebenen Satzes eindeutig erkannt, bekommt er den Zugriff auf sein Konto. Beim derzeitigen Stand der Technik muss beispielsweise bei Geldüberweisungen nach wie vor aber der Sicherheitscode eingegeben werden.

Datenschutz gewährleistet

Um Kunden den grösstmöglichen Schutz der persönlichen Daten zu gewährleisten, kann die dem Authentifizierungssystem zugrundeliegende Software lokal beim jeweiligen Unternehmen gesichert werden. Wird die Stimmerkennung beispielsweise in eine Smartphone-App integriert, können die Identifikationsmerkmale der Nutzer-Stimme nicht nur in der Cloud, sondern auch auf dem Handy direkt abgespeichert werden.

voice biometric profisprecherinQuelle: 20min


Bachelor Rafael Beutl und seine 13 Ladys sind linguistische Phänomene. Sie erfinden sogar neue Redensarten.

Mit Sprüchen wie «Ihri Auge händ blinked» oder «Verzell mir öppis vo dim innere Chärn» hat sich Ex-Bachelor Vujo Gavric (28) in den Annalen der Schweizer Reality-Shows verewigt. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Nachfolger Rafael Beutl ist ihm dicht auf den Fersen. Und nicht nur er. Auch die noch verbliebenen Kandidatinnen brechen in der aktuellen «Bachelor»-Staffel sprachlich zu neuen Ufern auf.

So ist etwa die 26-jährige Solen überzeugt: «Ein Mensch hat viele Fassaden.» Logisch! Wer redet denn heute noch von Facetten? Und deren Fassaden gibt es viele. Solen dürfte wohl am ehesten den Typ Hohlfassade repräsentieren.

112156-8jYgUTFZnUmd3gbUx69UkABald ist es drei vor zwölf

In Hochform zeigt sich auch Désirée (28). Als es darum geht, Neuling Janina eine Schlafgelegenheit zu verschaffen, lehnt die Thurgauerin mit folgender Begründung ab: «Sie wäre dann immer das dritte Rad bei uns.» Wunderbar! Vergessen wir ab sofort das Sprichwort «Das fünfte Rad am Wagen sein». Nur müssen jetzt andere Formulierungen ebenfalls schnellstens geändert werden. So heisst es neu: «Es ist drei vor zwölf», «Drei gerade sein lassen» und «Er ist ein falscher Dreissiger».

Weiter gehts. Auch der Rosenkavalier selber lässt sich nicht lumpen. Als er und die Ladys am anderen Ende einer Seilrutsche angekommen sind, meint er sichtlich überrascht: «Ein Riesenkompliment. Champeau!» Wie war das? Chapeau? Nein, Rafa sagt tatsächlich Shampoo! Also bitte: Da steht ein Haufen hübscher Frauen vor dem Bachelor, und er denkt nur an seine Haarpflege. Etwas merkwürdig ist das ja schon. Wobei, bei der Frisur …

«Alle Zeiger sind wieder von null»

Einen haben wir noch. Romana, die 20-jährige Zürcherin, empfing die neue Teilnehmerin Janina (21) zunächst nicht eben freundlich. Um diesen Fehler wieder auszubügeln, macht sie ihrer Konkurrentin folgendes Angebot: «Wir fangen am besten wieder von Anfang an. Alle Zeiger sind wieder von null.» Nein, nicht auf null – von null. Was Romana sagen wollte: von zu neuen Ufern. Die Situation stand von Messers Schneide. Sie wollte mit Janina ein ständiges Von und Ab vermeiden. Herrlich, diese jungen Wilden.

Rausgeflogen sind gestern übrigens Wirtschaftsstudentin Julia (28) und Giuliana (26) – Solen (26) wollte Rafaels Rose nicht annehmen. Und: Neuling Janina war keine echte Kandidatin, sondern sollte für den Bachelor die anderen Frauen ausspionieren und ihm bei seiner Entscheidung helfen.

Eine Notiz ganz am Rande: Die Vergabe des Nobelpreises für Literatur findet am 10. Dezember in Stockholm statt.

Quelle: http://www.20min.ch/entertainment/tv/story/15132152


Männer mit tiefen Stimmen machen leichter Karriere laut Studie

Der 20-Minuten-Test zeigt: Schweizer Top-Manager sprechen tatsächlich tiefer als der Durchschnittsmann. Zehn Schweizer CEOs im Stimmen-Check. Männer mit tiefen Stimmen machen leichter Karriere, so eine Studie.

 

tiefe_stimme

 

CEOs mit tieferer Stimme sollen beruflich erfolgreicher sein, sagt eine neue US-Studie. Mitarbeiter der Phoniatrie des Inselspitals Bern haben für 20 Minuten die Grundfrequenz der Sprechstimme von zehn CEOs von Schweizer SMI-Unternehmen getestet. Fazit: Sieben Manager haben eine tiefere Stimme als ein durchschnittlicher Mann, (ca. 120 Hertz, siehe Box).

 

Mit Rammstein aufnehmen kann es Michael Mack (CEO Syngenta, 94.4 Hz) und Brady Dougan (CEO Credit Suisse, 102.5 Hz). Die können ganz schön brummeln. Doch wer ist der Piepser in der Manager-Runde? Sehen Sie selbst.

http://www.20min.ch/finance/news/story/31222266 (Link zum Originalbeitrag)

 

 


Update zu: Imagefilm-Firma Astramedia Kassensturzbericht

Update des Artikels: 11. Mai 2011

Offizielle Stellungnahme von astramedia zum Kassensturz Bericht vom November 2010.

Qualitätsoffensive: „astramedia erklärt Kundenzufriedenheit zur Chefsache“ – Im November 2010 erschien ein Bericht über astramedia im Kassensturz, in welchem hauptsächlich der hohe Preis der Leistungen und die missverständlichen Versprechungen seitens astramedia bemängelt wurden. Aus diesem Grund führte astramedia in Zusammenarbeit mit ISOPUBLIC eine repräsentative Studie durch, mit welcher  die Kundenzufriedenheit ermittelt wurde.

 

———————————————————————————-

 

Kassensturzbericht zu Cityguide/Astra Media

 

Dienstag, 23. November 2010, 19:02 Uhr, Aktualisiert 24.11.2010, 13:30 Uhr

Werbung im Internet ist im Trend. Viele Kleinunternehmer möchten ihre Firma übers Netz bekannt machen. Doch aufgepasst: Windige Werbefirmen ziehen mit grossspurigen Versprechen ihre Kunden über den Tisch.

 

Link zum Originalartikel inklusive TV-Sendung vom Kassensturz

 

Gratisfilm als Kostenfalle

Vor zwei Jahren eröffnete Bernhard Baldinger ein Optikergeschäft im Zürcher Kreis 4. Der Beginn war hart, die Konkurrenz gross. Deshalb war der Optiker dankbar, als ihm jemand Hilfe anbot: Ein Vertreter der Firma Cityguide wollte seinen Brillenladen mit einem Film im Internet bekannt machen. «Er sagte, er wolle damit kleinen Firmen helfen», sagt Baldinger. Heute droht ihm wegen des Films der Ruin. Der ursprüngliche «Gratisfilm» entpuppte sich als Kostenfalle. Der Cityguide-Vertreter hatte ihn bei den Preisverhandlungen übertölpelt. «Ich dachte, der Film koste 2250 Franken, so hatten wir es mündlich vereinbart», sagt Baldinger. Er hat sich auf die mündliche Abmachung mit dem Verkäufer verlassen. In Tat und Wahrheit unterschrieb er einen 3-Jahres-Vertrag. Jetzt betreibt ihn die Firma Astramedia – so heisst Cityguide heute – auf einen Betrag von 15’600 Franken.

 

 

 

Tipps für Kunden

Folgendes können KMU beachten, bevor sie einen Internet-Werbeauftrag erteilen. Tipps von Online-Marketing-Experten Marcel Bernet, bernetblog.ch:

– Erteilen Sie nur einen einfachen, abgeschlossenen Auftrag und schauen Sie genau auf die Rücktrittsmöglichkeiten, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

– Seriöse Anbieter lassen Ihnen Zeit für den Entscheid. Lassen Sie sich nicht durch einen Rabatt zur schnellen Unterschrift drängen.

– Sind die Leistungen genau definiert? Oder heisst es pauschal „wir sorgen für Einträge auf Suchmaschinen, Portale und Webseiten“? Verlangen Sie eine kontrollierbare Auflistung der Massnahmen.

– Prüfen Sie Konkurrenzangebote. Vergleichen Sie die Preise, zum Beispiel mit einer Google-Suche „Video auf youtube hochladen“, oder „Video für Unternehmen produzieren“.

– Fragen Sie, mit welchen Stundenansätzen gerechnet wird, und wie viele Arbeitsstunden hinter einer Leistung stehen.

– Im Prinzip kann jeder selber ein Video auf youtube und andere Portale hochladen. Das ist kostenlos, braucht einfach Zeit. Seriöse Anbieter verrechnen dafür etwa einen Arbeitstag, also zwischen 500 und 800 Franken.

 

 


Auch Jörg Kachelmann hat Anspruch auf Respektierung der Geheimsphäre und der Privatsphäre

Der renommierte Medienanwalt Peter Bratschi verurteilt die Verletzungen der Privatsphäre im Fall Kachelmann und kritisiert den Boulevardjournalismus, der immer mehr Narrenfreiheit beanspruche.

«Es bleibt immer etwas hängen»

Von Carmen Gasser (Weltwoche)

In den letzten Jahren wurde kaum ein Kriminalfall derart medial ausgeschlachtet wie der von Jörg Kachelmann. Selbst seriöse Zeitungen berichteten zu Themen wie Verhütung, Menstruationsblut, Sexspielzeuge und Tampon. Paparazzi schossen ungehindert Bilder von Kachelmann in Untersuchungshaft und veröffentlichten SMS. Darf das Allerprivateste eines Menschen derart ans Licht gezerrt werden?

Es fällt auf, dass die Medien in diesem Fall sehr breit und sehr tief informiert haben. Es ist durchaus denkbar, dass in dem einen oder anderen Zeitungsartikel Persönlichkeitsrechte verletzt wurden.

Konkret?

Gegen das Magazin Focus wurde beispielsweise eine einstweilige Verfügung erlassen, weil es den Inhalt des Tagebuchs des mutmasslichen Vergewaltigungsopfers veröffentlicht hatte. Da aus öffentlichen Akten zitiert wurde und der Grundsatz gilt, dass Strafverfahren geheim geführt werden, verletzte Focus die Persönlichkeitsrechte. Auch absolute Personen der Zeitgeschichte, zu denen Jörg Kachelmann zählt, haben einen Anspruch auf Respektierung der Geheimsphäre und der Privatsphäre. Wenn SMS nichts mit der beruflichen Tätigkeit zu tun haben, hat Jörg Kachelmann ein Recht darauf, dass diese nicht publik gemacht werden.

Die Gesetze sind eindeutig. Weshalb scherten sich dennoch derart viele Zeitungen keinen Deut um Kachelmanns Privatsphäre?

Die Publizierung des Falls Kachelmann per se war rechtens. Es handelt sich um den Verdacht einer Straftat, die viel gravierender ist als etwa eine Ehrverletzung. Das Interesse an diesem Strafverfahren ist deshalb so gross, weil die Öffentlichkeit in ihrer Kernsubstanz betroffen ist. Kachelmann ist eine absolute Person der Zeitgeschichte, weshalb für ihn in einem Strafverfahren ein deutlich eingeschränktes Persönlichkeitsrecht gilt.

Die Anwälte Kachelmanns haben gegen zwanzig Medien einstweilige Verfügungen erwirkt. Wurde in all diesen Fällen die Privatsphäre Kachelmanns verletzt, oder werden einstweilige Verfügungen nicht auch verwendet, um Journalisten mundtot zu machen?

Mit einer einstweiligen Verfügung der Verletzung von Persönlichkeitsrechten Einhalt zu gebieten, ist eine bekannte Taktik. Man muss allerdings nachweisen, dass eine drohende Gefährdung der Persönlichkeitsrechte besteht. Ich gehe davon aus, dass sich die Gerichte haben überzeugen lassen, dass eine drohende Gefährdung bestand.

Der Springer-Verlag wurde gar auf 2,25 Millionen Euro Schmerzensgeld eingeklagt. Ist das nicht übertrieben hoch?

2,25 Millionen Euro erscheinen zwar auf den ersten Blick als eine hohe Summe. Aber wenn man bedenkt, wie Jörg Kachelmanns berufliche Existenz auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen wurde, und man davon ausgehen muss, dass er zeitlebens negative berufliche wie finanzielle Konsequenzen daraus tragen wird, erstaunt mich dieser Betrag in keiner Weise. Und all das nur, weil immer mehr Boulevardjournalisten Narrenfreiheit beanspruchen.

Via Google findet man bereits über eine Million Beiträge über die vermeintliche Vergewaltigung. Ist das nicht regelrechte Medienjustiz?

Medienjustiz oder, genauer, mediale Vorverurteilung gehört zur heutigen Gesellschaft. Sie ist die vierte Gewalt im Staat, die sich über die dritte verfassungsmässige Gewalt, die Justiz, hinwegsetzt. Die Justiz arbeitet zwar gründlicher, aber langsamer und geht deshalb an den Bedürfnissen der Öffentlichkeit vorbei. In diese Lücke springt die Medienjustiz, die rasch arbeitet und so den Bedürfnissen der Öffentlichkeit entspricht. Das heisst aber nicht, dass die eine Ebene die andere aushebelt. Die Medien übernehmen hier eine Art übergeordnete Kontrolle der Justiz. Dem gleichen Kontrollgedanken dient die Regelung, dass Strafprozesse grundsätzlich öffentlich sind.

Die Staatsanwaltschaft soll immer wieder belastende Details aus den Untersuchungen durchsickern haben lassen. Ist das nicht eine klare Vorverurteilung?

Das Verhalten war legitim. Wenn eine Staatsanwaltschaft gewisse Informationen im Zusammenhang mit einem gravierenden Fall bekanntgibt, aber immer mit dem Hinweis, dass diese aus einem hängigen Verfahren stammen und die Unschuldsvermutung gilt, ist das rechtens.

Aber es führte dazu, dass auch die Anwälte Kachelmanns in die Opposition gehen mussten und Informationen weitergaben, die eigentlich im Gerichtssaal zur Entlastung hätten dienen sollen.

Dieses Verhalten ist häufig anzutreffen und legitim. Ich kenne allerdings die Einzelheiten in diesem Fall nicht. Da es sich um ein Justizverfahren handelt und die Medienjustiz bereits eine Vorverurteilung vorgenommen hat, haben die Anwälte das Recht, um nicht zu sagen: die Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren. Denn häufig geht gerade die Boulevardpresse davon aus, dass der Angeschuldigte die ihm vorgeworfene Straftat auch begangen hat. Die Anwälte mussten sozusagen einen Gegenpol aufbauen, das gehört mit zur Verteidigung.

Jörg Kachelmann inszenierte sich früher gerne vor den Medien. Erst mit ihrer Hilfe wurde er zum C-Promi, wie er sich bezeichnete. Ist er am Ende vielleicht sogar selber schuld?

Es ist ein Spannungsfeld. Prominente werden häufig in diesen Publizitätsstrudel gerissen oder machen bewusst mit. Sie passen aber auch umso mehr auf, was geschrieben wird. Wenn sie der Überzeugung sind, dass etwas falsch geschrieben wurde, wehren sie sich. Das ist ja auch der Nährboden des Boulevardjournalismus. Aber auch ein Jörg Kachelmann hat das Recht, dass seine Privatsphäre geschützt wird.

Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Das Bedürfnis der Öffentlichkeit, über solche Vorgänge informiert zu werden, ist heute grösser. Die Qualitätsunterschiede in den Medien sind sehr hoch. Es ist nun mal bezüglich Qualität nicht dasselbe, ob ein Artikel in der Weltwoche steht oder in einer Gratiszeitung. Die Presse muss nicht mehr über Fachzusammenhänge schreiben, sondern über Personen. Eine ganz neue Dimension ins Spiel gebracht haben die Gratiszeitungen, die sich in vielerlei Hinsicht freier fühlen als andere Zeitungen und geradezu unverfrorenen Boulevardjournalismus betreiben.

Der bekannte deutsche Medienanwalt Matthias Prinz erstritt 2004 am Menschengerichtshof in Den Haag für Caroline von Monaco ein bedeutsames Urteil, das Prominenten mehr Privatsphäre lässt und nur Berichte bei allgemeinem Interesse erlaubt. Damals glaubte man, dieses Urteil sei der Untergang der Pressefreiheit und des Boulevardjournalismus. Zu Unrecht?

Von mir aus gesehen, ja. Eine Pressefreiheit als unbegrenztes Recht zur Berichterstattung gibt es nicht. Jede Freiheit muss auch Grenzen haben, um festzulegen, in welchem Bereich man sich frei bewegen kann. Man hat die Pressefreiheit somit nicht beschränkt, sondern definiert.

Der frühere Ex-Kanzler Gerhard Schröder ging 2002 gegen einen Bericht vor, in dem es hiess, dass er seine Haare schwarz färben würde. Wenig später wurde über das haarige Thema nicht mehr geschrieben. Wird hier nicht die Justiz ad absurdum geführt?

Ich nehme an, dieser Fall ist nicht über die Justiz gelaufen. Der zuständige Beamte in der Staatskanzlei dürfte wohl mit dem Verlagsleiter gesprochen haben.

Wie oft erleben Sie als prominenter Medienanwalt, dass Schweizer Zeitungen gegen Persönlichkeitsrechte verstossen?

Recht häufig. Denn der Boulevardjournalismus breitet sich aus. Und Druck erzeugt Gegendruck. Dabei kommt es nicht immer zu einem Gerichtsverfahren. Man sucht häufig auch andere Lösungen, mit einer Entschuldigung des Mediums oder einer Zahlung an eine wohltätige Institution. Ich selbst habe gut zehn solche Fälle im Jahr.

Ihr letzter Fall?

Erst kürzlich veröffentlichte der Blick am Abend einen Artikel, in dem es hiess, dass das Management einer Firma in grossem Umfang Aktien verkauft habe. Alle Mitglieder wurden mit Fotos aufgeführt. Bei einer der aufgeführten Personen lag erstens eine Verwechslung vor, und zweitens hatte die abgebildete Person gar keine Aktien verkauft. Da musste ich intervenieren.

Sie haben zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz ein Schmerzensgeld in zweistelliger Millionenhöhe erstritten. Ringier zahlte 2004 acht Millionen an den Schweizer Ex-Botschafter Thomas Borer. Wie war ein derart hoher Betrag möglich?

Der beruflichen Karriere und Existenz von Thomas Borer wurde enorm geschadet. Die Journalisten arbeiteten bei diesem Artikel derart salopp und unprofessionell, dass es nicht mit einer lapidaren Zahlung abgetan werden konnte. Zu der von Ihnen genannten Summe äussere ich mich jedoch nicht.

Dennoch schien dieser Fall wenig abschreckende Wirkung zu haben.

Wenig später passierte der Fall Matter. Er hat gezeigt, dass der Boulevardjournalismus unter massivem Druck steht, reisserische Geschichten zu schreiben, und Journalisten geneigt sind, zügig zu schreiben, anstatt zu recherchieren. Die federführenden NZZ am Sonntag-Journalisten bekamen sogar Preise, was sich im Nachhinein als völlig falsch herausgestellt hat. Hätte sich Thomas Matter nicht gewehrt, wäre er für alle Zeiten abgestempelt gewesen. Bedauerlich ist, dass sich nicht alle so zur Wehr setzen wie er. Denn so ein Unterfangen braucht Nerven, Zeit und viel Geld.

Wie gross ist der Schaden für die Opfer? Konnte die Reputation wiederhergestellt werden, oder bleibt das Quäntchen Restschuld?

Im römischen Recht heisst es: «Semper aliquid haeret», zu Deutsch: Etwas bleibt immer hängen. Im Fall Matter beispielsweise hat sich die NZZ am Sonntag auf der Frontseite für die Falschberichterstattung entschuldigt, aber auf der zweiten Seite einen Kommentar abgegeben, der das Gegenteil beinhaltete. Das war unüblich und journalistisch unehrenhaft. Leider werden auch Gegendarstellungen heute immer wieder ad absurdum geführt, indem die Redaktion anfügt, sie bleibe bei ihrer Auffassung. Was ist dann klargestellt? – gar nichts. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leute sich an Presseberichte erinnern. Das sind bleibende Lasten, die selbst dann nicht aus der Welt zu schaffen sind, wenn man in einem ordentlichen Gerichtsverfahren obsiegt hat und dieser Sieg in der Zeitung in aller Regel sehr untergeordnet vermeldet wurde. Das zeigt: Medienjustiz ist rascher, kategorischer und in vielerlei Hinsicht nachhaltiger.

Peter Bratschi ist einer der versiertesten
­Medienanwälte der Schweiz. Er verteidigte
unter ­anderem erfolgreich Ex-Botschafter
Thomas Borer, Ex-Banker Thomas Matter und
Ex-Pensionskassenmanager Jürg Maurer.

 

Ganzer Bericht aus der Weltwoche

–> Die Weltwoche ist übrigens die einzig nicht subventionierte Zeitung der Schweiz. Dadurch neutral und nicht durch die (praktisch zu 100%)  linken Medien beeinflusst. Zudem eine der ganz wenigen Zeitungen die ganz genau recherchiert und alle Fakten zusammenträgt und den Lesern auch wirklich zugänglich macht.


Copyright © 1996-2010 Ihre Profisprecher!. All rights reserved. Kontakt:
iDream theme by Templates Next | Powered by WordPress