Sprach-Biometrie:

Künftig sollen Sie Ihr Handy nur mit Ihrer Stimme entsperren können. Die Stimmerkennung soll sogar noch sicherer sein als Fingerabdruck-Sensoren.

Dass Passwörter nicht die sicherste Methode zur Nutzer-Erkennung sind, dürfte den meisten mittlerweile klar sein. Vor allem zur Absicherung heikler Daten wie z.B. Bankkonten wird deshalb schon länger nach Alternativen gesucht. Eine der führenden Firmen in diesem Bereich ist Nuance. Das Spracherkennungsunternehmen zeichnete unter anderem für die Umsetzung von Apples System Siri verantwortlich. Jetzt arbeiten sie an einem neuen Verfahren, das Menschen per Stimme sicher und einfach identifiziert. Das System kommt bereits bei Banken zum Einsatz, wie Futurezone.at berichtet.

Laut Nuance können dank Stimmerkennung die Sicherheitsabfragen nicht nur schneller und anwenderfreundlicher gestaltet werden, sondern die Methode soll gar noch sicherer als die Nutzer-Erkennung via Fingerabdruck sein. Ein weiterer Vorteil liegt in der Umsetzbarkeit der neuen Technologie: Da Smartphones bereits über die nötigen Hardware-Komponenten verfügen, könnte Sprachbiometrie ohne zusätzliche technische Aufwendungen und Kosten unabhängig vom Betriebssystem sowohl auf älteren als auch auf ganz neuen Handy-Modellen zum Einsatz kommen.

 

Aktive und passive Erkennung

Das Nuance-Spracherkennungssystem ist zudem fähig, sowohl Sprachmelodie als auch Stimmlage des Nutzers zu analysieren. Auch funktioniert es auch durchs Telefon und stellt sogar fest, ob eine zu identifizierende Stimme von Band abgespielt wird. Wie das System genau funktioniert, ist nicht bekannt. Es soll sogar aber auch mit verschiedenen Dialekten innerhalb einer Sprachregion keine Probleme haben.

Grundsätzlich existieren zwei Arten von Stimmerkennung: eine aktive sowie eine passive. Während der User bei der aktiven Variante aufgefordert wird, einen vorgegebenen Satz vorzulesen, wird die Identität des Sprechers bei der passiven anhand beliebiger Äusserungen überprüft. Je länger dabei die zu analysierende Phrase ist, desto genauer funktioniert die Erkennung.

Banken im Fokus

Sprachbiometrie kommt gemäss den Nuance-Entwicklern bereits bei einigen Banken in Übersee zum Einsatz. Wird die Stimme des Kunden nach dem Vorlesen eines vorgegebenen Satzes eindeutig erkannt, bekommt er den Zugriff auf sein Konto. Beim derzeitigen Stand der Technik muss beispielsweise bei Geldüberweisungen nach wie vor aber der Sicherheitscode eingegeben werden.

Datenschutz gewährleistet

Um Kunden den grösstmöglichen Schutz der persönlichen Daten zu gewährleisten, kann die dem Authentifizierungssystem zugrundeliegende Software lokal beim jeweiligen Unternehmen gesichert werden. Wird die Stimmerkennung beispielsweise in eine Smartphone-App integriert, können die Identifikationsmerkmale der Nutzer-Stimme nicht nur in der Cloud, sondern auch auf dem Handy direkt abgespeichert werden.

voice biometric profisprecherinQuelle: 20min